Weideninfo

Die Kopfweide

Allgemeine Informationen zur Kopfweide

Die Weide ist bei uns in vielen verschiedenen Arten heimisch und ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Größere Bedeutung als die Baumweide besitzt die Strauchweide, die seit Jahrtausenden das Material zum Flechten von Körben und zum Befestigen von Zäunen und Wänden liefert. Ihre biegsamen, formbaren, aber auch zugleich zähen, festen Zweige oder Ruten, sind auch im Zeitalter des Kunststoffs ein beliebtes und viel verwendetes Flechtmaterial geblieben.

Grundlage aller Weidenflechtarbeiten ist die Erziehung von stark verzweigten Weidenbüschen hin zur Kopfweide. Alljährlich werden dazu in der Saftruhe (November -März) alle Ruten und Zweige in etwa 1m -3m Höhe ( je nach Verwendungszweck ) abgeschnitten. Wenn eine Weide sorgfältig und ordentlich „ geköpft“ wird, bleibt nur der kahle Stamm übrig. Nach einem Jahr haben die aus den schlafenden Knospen entstandenen Triebe eine ovale Perücke gebildet. So entwickelt sich über die Jahre eine Kopfweide, von der man dann lange, unverzweigte Ruten ernten kann.

Der ökologische Wert des Weidenbaumes:
Wegen des Artenreichtums, der guten Anpassungsfähigkeit der einzelnen Weidenarten und der Schnellwüchsigkeit der Jungpflanzen werden sie äußerst vielseitig in der Landschaftspflege verwendet. Mit ihnen werden Vorwälder begrünt, Ufer von Gewässern geschützt, erosionsgeschädigte Hänge verbaut und im Wald als natürliches Verbissgehölz zur Minderung der Schälschäden durch Rotwild angepflanzt. Auch für Vögel und Insekten ist sie, insbesondere die „Kopfweide“, der ideale Baum. Der rauhe Stamm und die knorrige, höckrige Krone sind Futterplatz und Zufluchtsort.

Für die Bienen liefern die weiblichen Weidenkätzchen eine wertvolle „Bienenweide“ , was insbesondere für die frühblühende Salweide gilt, denn so zeitig im Frühjahr gibt es noch wenig Blüten für die Bienen. Das Abschneiden der Kätzchen ist deshalb in Deutschland gesetzlich ab April untersagt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Weiden Lexikon